Die Zunft

Die Geschichte der Heidazunft (verfasst im April 2008 von Hans-Peter Kuonen, Alt-Zunftmeister

                                                          lm Wallis sind d Liit
                                                         öi scho z där Ziit
                                                         schee gmerkigi gsii,
                                                         wenn s gangu ischt
                                                         fer is Schluckje Wii.
                                                         D Chriegschnächta heint d Räbe bisungu
                                                         und hüüfna Setzliga heimgibrungu.

                                                         In d Sunnusiita
                                                         heint sch schi gsetzt
                                                         und schi sofort
                                                         tichtig gnetzt
                                                        „Jetz soli der Herrgott
                                                        wiiter walte,
                                                        är bchennt schi üs
                                                        in iischu Halte!"
                                                        heint sch gseit
                                                        und voll Freid
                                                        uf di Triibel gwartut.
                                                       An jedum Ort und jedum Hang
                                                       dem lengu, wiltu Rottu entlang
                                                       heint Räbe
                                                       hüüfuwiis agfangu Iäbe.*

 

A) Entstehung der Heida Zunft

  • Dem Berg- und Heidadorf Visperterminen wurde in den vergangenen Jahren der Titel ,Höchster Weinberg Europas' immer wieder streitig gemacht, da viele der höchst gelegenen Parzellen des Terbiner Rebberges brach lagen. Die damalige Gemeindeverwaltung nahm diese Stimmen ernst und beriet darüber, was man unternehmen könnte, um den höchsten Rebberg Europas ,Obri Riebe' erhalten bzw. um den Titel retten zu können.

 

  • Mit dem ,Fonds Landschaft Schweiz' fand die Gemeinde schliesslich einen Geldgeber, der bereit war, Geld zur Verfügung zu stellen, um den höchsten Weinberg ,Obri Riebe' wieder in Stand stellen zu können. 1997 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, indem die Trockenmauern neu erstellt und die Rebparzellen umgebrochen wurden. Zudem wurden teilweise Leitungen für die Bewässerung verlegt. Zum Schutz vor Wildtieren wurde schliesslich ein Drahtzaun errichtet. Damit waren an und für sich alle Voraussetzungen erfüllt, um die Parzellen wieder anpflanzen zu können. Insgesamt wurde ein Betrag von rund Fr. 150'000.- in den Rebberg investiert. In der Folge waren leider nicht alle Eigentümer bereit, die Parzellen wieder anzupflanzen, so dass man das ursprünglich gesteckte Ziel nicht erreicht hatte.

 

  • Pirmin Heinzmann, Kellermeister in der St. Jodernkellerei von Visperterminen, dem die brachliegenden Parzellen ebenfalls seit langem ein Dorn im Auge waren, wusste im Winter 1998/1999 weitere fünf Interessierte zu überzeugen und zu begeistern, nämlich Oswald Gottsponer, Medard Furrer, Herbert Imboden, Peter Salzmann und Hans-Peter Kuonen, gemeinsam die brachliegenden Parzellen neu anzupflanzen. Sein Ziel war, die Erhaltung des höchsten Weinberges Europas doch noch zu verwirklichen. Nach lebhaften Diskussionen über die Vorgehensweise wurde schliesslich der Entschluss gefasst, eine Zunft zu gründen und im Namen der Zunft die brachliegenden Parzellen zu erwerben, umzubrechen und neu anzupflanzen. Jedes Zunftmitglied sollte einen eigenen Rebstock erwerben können.

 

  • Am 10. Februar 1999 fand unter den nachmaligen Zunftgründern die erste Sitzung statt und Oswald Gottsponer wurde zum Vorsitzenden und Peter Salzmann zum Protokollführer bestimmt. In der Folge wurden mit den Egentümern der in Frage kommenden Parzellen Gespräche über den Erwerb der Parzellen geführt. Am 13. April 1999 waren die vorgenannten Gründer erstmals mit dem notwendigen Werkzeug (Karst, Schaufel, Pickel, Tschifra) ausgerüstet im Rebberg unterwegs, um mit dem Umbrechen der Parzelle Nr. 430 (280 m2) zu beginnen. Da die Zunft noch nicht gegründet war und noch keine finanziellen Mittel vorhanden waren, wurden die ersten 250 Heida Rebsetzlinge und die dazu notwendigen Holz-Rebstichel von der St. Jodernkellerei finanziert. Nachdem der zukünftige erste Zunftrat die Vorarbeiten geleistet hatte, wurden am 18. Mai 1999 bereits mit weiteren Interessierten die ersten Heida-Rebsetzlinge im höchsten Weinberg Europas auf einer Höhe von rund 1110 Meter über Meer gepflanzt. Der Terbiner Weinberg erstreckt sich somit heute wieder von 660 m vom Talgrund (Fluss Vispa) bis auf die genannte Höhe.

 

  • Am 9. Juni 1999 kam es schliesslich in der St. Jodernkellerei in Visperterminen zur Gründungsversammlung der ,Heida Zunft zum höchsten Weinberg', an der 29 zukünftige Zünfterinnen und Zünfter teilnahmen. Peter Salzmann als Tagesvorsitzender leitete die Versammlung. Oswald Gottsponer wurde zum ersten Zunftmeister und die restlichen Gründer in den ersten Zunftrat gewählt. Weiter wurden die Zunftsatzungen beraten und schliesslich genehmigt. Vorgängig der Versammlung wurden im Rebberg „Obri Riebe“ die ersten 29 Rebstöcke für die anwesenden Zunftmitglieder ausgelost und an die neuen Mitglieder vergeben, indem gleichzeitig die Namensschilder bei den Rebstöcken gesetzt wurden. Damit war die „Heida Zunft zum höchsten Weinberg“ „geboren".

                                                    Wa Wii waggst
                                                    het s liebi Liit.
                                                    Räbe tientsch pflanzu
                                                    und lachu und tanzu.*

 

B) Zunftmitgliedschaft

  • An der am 19. November 1999 durchgeführten ersten ordentlichen Zunftversammlung zählte die Heida Zunft bereits 110 Mitglieder, worunter sich 11 Zünfterinnen und zwei Ehepaare befanden. Da die Mitgliederzahl sehr rasch anwuchs und an der vierten ordentlichen Zunftversammlung vom 2. November 2002 die Zahl von 209 erreicht hatte, beschloss der Zunftrat, einen Neumitgliederstopp einzuführen. Interessenten, die um einen Eintritt in die Heida Zunft nachsuchten, wurden danach auf eine Warteliste gesetzt.

 

  • Seit der Gründung der Zunft sind drei Zunftmitglieder verstorben und zwei sind ausgetreten, so dass der Bestand am 26. Oktober 2006 204 Mitglieder zählte. Seit der Einführung der Eintrittsbeschränkung war die Anzahl der auf der Warteliste stehenden Namen auf 64 angewachsen, so dass der Zunftrat nach vierjährigem Stopp der Zunftversammlung 2006 den Antrag stellte, die auf der Warteliste stehenden Kandidaten an der nächsten Zunftversammlung in die Zunft aufzunehmen. Bis an eine Stimme wurde dem Antrag zugestimmt. Von den 64 angeschriebenen Interessenten wurden schliesslich an der Zunftversammlung vom 27. Oktober 2007 38 Kandidatinnen und Kandidaten in die Heida Zunft aufgenommen. Die Heida Zunft wies somit einen neuen Mitgliederbestand von 242 auf, ein Bestand, der noch heute seine Gültigkeit hat.

 

  • Die Zunftmitglieder setzen sich aus allen Berufs- und Altersschichten zusammen. Wir finden Handwerker, Akademiker, Angestellte, Selbständigerwerbende, Männer und Frauen, Junge und ältere Semester, Ledige, Verheiratete und mehrere Ehepaare. Unter den Mitgliedern sind schliesslich Walliser, Heimwehwalliser, Deutschschweizer und Personen, die sogar im Ausland wohnen, zu finden. Speziell zu erwähnen ist, dass insgesamt 40 Frauen Mitglied der Heida Zunft sind.

 

  • Wer Mitglied der Heida Zunft werden und einen eigenen Rebstock erwerben will, hat ein Eintrittsgeld im Betrag von Fr. 1'000.- zu leisten. Wiederkehrende Jahresbeiträge kennt die Heida Zunft jedoch nicht.

 

  • An der jährlichen ordentlichen Zunftversammlung erhält jedes Zunftmitglied eine Flasche Heida Zunftwein. Die Zunftetikette trägt den Namen des jeweiligen Zunftmitgliedes sowie den Wein-Jahrgang.

                                                         Wa Wii waggst
                                                         het s luschtigi Liit.
                                                         Tient trummu und pfiifu
                                                         und di Puttini griifu.*

 

C)     Räbwärch

  • Die Zunftmitglieder werden zu Beginn des Jahres zum Räbwärch (Rebarbeiten) eingeladen und müssen sich für die an Samstagen stattfindenden Arbeiten anmelden. Sämtliche während eines Weinjahres anfallenden Rebarbeiten (mit Ausnahme der Behandlung gegen Krankheiten) werden von den Zunftmitgliedern an drei Samstagen und rund 6-8 Mittwochabenden (je nach Arbeitsanfall) gemeinsam verrichtet. Am Samstag wird jeweils um 09.00 Uhr zur Arbeit gerufen und das Mittwochabend Räbwärch dauert von 17.00 Uhr bis ca. 19.30 Uhr. Neben der Arbeit soll beim Räbwärch auch die Pflege der Kameradschaft unter den Zunftmitgliedern nicht zu kurz kommen. Dies kommt vor allem beim Räbwärch am Samstag zum Tragen, wenn zum Mittagessen nach getaner Arbeit ein Aperitif und anschliessend die ,Räbwärch-Suppa' serviert wird, aber auch am Mittwochabend Räbwärch, das jeweils mit einem gemütlichen „Z'Abund" endet, gibt's noch Zeit für einen ,Rätsch'. An Samstagen erscheinen in der Regel 40 bis 50 Mitglieder, während am Mittwoch im Schnitt mit bis zu 20 Zünfterinnen und Zünftern gerechnet werden kann. Wer während des Jahres nie zum Räbwärch antritt, ist verpflichtet, einen Obolus in der Höhe von Fr. 100.- in die Zunftkasse zu zahlen.

                                                         Wa Wii waggst
                                                        
Het s gschaffigi Liit.
                                                        
Schi wärchunt fer d Erbu,
                                                         
willsch vil z früe miessunt schtäärbu.*

 

D)    Zusammenarbeit mit der St. Jodernkellerei

  • Bald nach der Gründung stellte die Heida Zunft bei der St. Jodernkellerei ein Gesuch um Aufnahme in die Genossenschaft. Diesem Gesuch wurde mit Entscheid vom 7. September 1999 entsprochen, so dass die Heida Zunft seither Mitglied der Genossenschaft der St. Jodernkellerei ist und ihr Traubengut als gehöriges Genossenschaftsmitglied in der Kellerei abliefern kann. Zudem wurde mit der Kellerei vereinbart, dass der Kellermeister das Traubengut der Zunft für diese in einem zunfteigenen Holzfass vinifiziert, d.h. der Zunftwein stammt somit nur von Zunft eigenen Trauben. Das in der St. Jodernkellerei stehende und mit dem Logo der Heida Zunft versehene Eichenfass fasst ca. 415 Liter und wurde von Zunftschwester Esther Neff und Zunftbruder Kurt Müller gestiftet.

                                                         Am Morgund
                                                         is Glesje
                                                         fer dich üüfzschtellu
                                                         und am Mittag zwei.
                                                         Aber am Abund
                                                         heerüüf schi z zellu.*

 

E) Rebparzellen

  • Nachdem im September 1999 die ersten Rebparzellen im Namen der Heida Zunft erworben wurden (teils in Abgeltung durch Mitgliedschaft, teils durch Barzahlung), ist die Heida Zunft heute stolze Eigentümerin von neun Parzellen mit einer Gesamtfläche von 1357 m2. Diese Parzellen sind alle satzungsgemäss mit Heida Reben bepflanzt. Dazu wird noch eine Parzelle gepachtet. lnsgesamt weist der Rebberg der Heida Zunft heute eine Fläche von 1527 m2 mit 887 Rebstöcken auf. Im kommenden Frühjahr 2008 wird die höchstgelegene Parzelle ebenfalls neu mit rund 120 Setzlingen angepflanzt. Der Rebberg der Heida Zunft wird somit ab Mitte Mai 2008 rund 1000 Rebstöcke zählen.

 

  • Die obersten bisher angepflanzten zwei Parzellen (Nr. 430 und Nr. 421) wurden mit Holzsticheln bestückt und für das Setzen der Namensschilder der Zunftmitglieder reserviert. Bei der Vergabe der Rebstöcke an die Mitglieder ging man so vor, dass jeweils beim ersten Frühjahrs-Räbwärch die Rebstöcke für die an der Ietzten Zunftversammlung aufgenommenen Neumitglieder ausgelost und vergeben und gleichzeitig die Namensschilder gesetzt wurden. Die Parzelle Nr. 430 ist inzwischen ausverkauft und bereits ist auch die zweite Parzelle Nr. 421 bis an wenige Rebstöcke mit Namensschildern besetzt. Die Nummerierung erfolgt in der oberen Parzelle (von unten gesehen) von links nach rechts und von unten nach oben, in der unteren Parzelle von rechts nach links und ebenfalls von unten nach oben.

 

  • Wie seit der Gründung der Heida Zunft geplant, sind die höchst gelegenen, im Rebkataster noch aufgeführten Parzellen Nr. 429 und Nr. 427, die im Frühjahr 2007 erstmals maschinell umgebrochen wurden, für den Ehrenrebstock vorgesehen. Diese Parzellen werden wegen ihrer Steilheit quer terrassiert. Die unterste Reihe, angrenzend an die Stützmauer, ist für den Ehrenrebstock vorbehalten (vgl. unten), während die restliche Fläche für die Aufnahme der Rebstöcke mit den Namensschildern des Batillu-Ordens (vgl. unten) vorgesehen ist.

 

  • Ein negatives Ereignis im Zusammenhang mit den Rebparzellen und den Namensschildern darf nicht unerwähnt bleiben: Anfang April 2003 wurden sämtliche Namensschilder aus den Parzellen entwendet. Welcher Narr und Neider (oder waren's mehrere) mag da wohl am Werk gewesen sein? Unser erster Zunftmeister Oswald war grosszügigerweise für den Ersatz der Namensschilder besorgt.

 

  • Die ersten ,Wimden' der Heida Zunft fanden am Samstag, 3. November 2001 statt. Ein erster Überschuss an Traubengut konnte bei der Ernte 2006 verzeichnet werden, der an die Kellerei abgeliefert wurde. Ein Überschuss wird der Heida Zunft, wie allen anderen Genossenschaftsmitgliedern auch, entschädigt.

                                                         Triich so lang
                                                         eppis z triichu hescht,
                                                         bischt Iuschtigs und gfreids!
                                                         Ob's im Himmel
                                                         z triichu git,
                                                         ischt no lang nid gseits!*

 

F) Zunft-Rebhaus

  • Der Bau eines Rebhauses stand bereits seit längerer Zeit auf der Wunschliste des Zunftrates. So beschloss er an seiner Sitzung vom 28. September 2000, oberhalb des Rebberges auf zunfteigenem Boden ein Rebhaus zu erstellen. Man ging von einem Kostendach von rund Fr. 90'000.- aus. Nachdem die Zunftversammlung ,grünes' Licht erteilt hatte, wurde Zunftbruder Franz Studer als Architekt beauftragt, entsprechende Pläne auszuarbeiten. ein erstes Vorprojekt wurde bereits im Oktober 2000 bei der Gemeinde Visperterminen eingereicht. Mit dem von der Zunft vorgeschlagenen Standort auf zunfteigenem Boden oberhalb der bisher angepflanzten Parzellen konnte sich die Gemeinde Visperterminen nicht einverstanden erklären. In Zusammenarbeit mit den Vertretern der beiden Bodeneigentümer, Gemeinde Visperterminen und Burgergemeinde Visp, wurde schliesslich ein Ersatzstandort gefunden, indem man sich auf den heutigen Standort ,uf der Egga', auf der Grenze der beiden Gemeinden einigte. Der heute beanspruchte und in Baurecht erworbene Boden des Zunftrebhauses steht somit zur Hälfte im Eigentum der Gemeinde Visperterminen und zur anderen im Eigentum der Burgergemeinde Visp. Das abgeänderte Baugesuch wurde in der Folge bei den Gemeinden aufgelegt und von diesen mit einer positiven Vormeinung an die kantonale Baukommission weitergeleitet. Das Gesuch erschien im kantonalen Amtsblatt Nr. 20 vom 17. Mai 2002. Mit Entscheid vom 10. Oktober 2002 wurde das Vorhaben schliesslich bewilligt. lm Frühjahr 2003 konnte mit dem Bau begonnen werden. Ende Juli 2003 war der Rohbau durch die Baufirma Regotz und Furrer AG erstellt. Während des Sommers und anfangs Herbst 2003 wurde viel Fronarbeit durch die Zunftmitglieder, unter der Bauleitung des Mechtrals Medard Furrer, geleistet, so dass am 12. September 2003 das Aufrichtefest mit den beteiligten Baufirmen und den Hauptsponsoren gefeiert werden konnte. Nach weiteren vielen Fein- und Fronarbeiten, wobei immer wieder Medi im Einsatz stand, konnten die Zunftmitglieder und alle Sponsoren sowie die Vertreter der Bodeneigentümer auf den 21. August 2004 zur Einweihung des Rebhauses geladen werden. Das Zunftrebhaus steht heute allen Zunftmitgliedern zur Verfügung, allerdings nur unter der Bedingung, dass mindestens ein Zunftmitglied während des Anlasses anwesend ist. Eine ,Vermietung' zu kommerziellen Zwecken ist gemäss Zunftratsbeschluss nicht erwünscht. Wünschenswert ist dagegen, dass der beim Rebhaus kredenzte Wein aus der St. Jodernkellerei stammt.

 

  • Anlässlich der Zunftversammlung 2006 haben sich mehrere Zunftmitglieder spontan bereit erklärt, Tische für den Vorplatz des Zunftrebhaus zu sponsoren. Inzwischen stehen vor dem Zunfthaus ein Aargauer/Solothurner Tisch, ein Zürcher Tisch, ein Saaser Tisch, ein Zermatter Tisch und schliesslich ein Tisch der Bank Credit Suisse/Versicherung Mobiliar.

                                                         Äs isch de wäärli kei leida,
                                                         iischa Heida!
                                                         Aber in gfeerliche Purscht

                                                         ischt z gross diina Durscht!
                                                         Triich nu nid z gschwind,
                                                         blibscht öü niechter im Grind,
                                                         ds Gibeits fât a in du Bei:
                                                         Geischt glänggundu Hei.*

 

G)   Batillu-Orden

  • Anlässlich der Zunftversammlung 2004 wurden die ausscheidenden Zunftratsmitglieder, Zunftmeister Oswald Gottsponer und Mechtral Medard Furrer von der Versammlung spontan für die Ernennung zu Ehrenmitgliedern vorgeschlagen. Da die Satzungen der Heida Zunft bewusst keine Ehrenmitgliedschaft kennt, musste zunächst eine entsprechende Umschreibung gefunden werden. Der Zunftrat entschied sich, für die Ehrenmitgliedschaft den Begriff ,Batillu-Orden' einzuführen. Personen, die sich durch Leistungen der Heida Zunft gegenüber besonders verdient gemacht haben, werden somit in Zukunft in den Batillu-Orden aufgenommen. An der Zunftversammlung vom 29. Oktober 2005 wurden Oswald als alt Zunftmeister und Medard als alt Mechtral als erste Mitglieder rückwirkend auf die Zunftversammlung 2004 in den Batillu-Orden aufgenommen. Der amtierende Zunftmeister durfte ihnen bei dieser Gelegenheit die ersten Batillen übergeben.

                                                        Pass üüf, bim erschtuscht Schtutz
                                                        geischt ganz sicher ubertutz
                                                        und äs rierti über ds Bort!
                                                        Macht nid,
                                                        bischt am rächtu Ort
                                                        da imbri in der Tola,
                                                        zämmunt mit andru Noola.*

 

H)   Ehrenrebstock

  • Nachdem die Stützmauer im Verlaufe des Jahres 2007 unterhalb der höchstgelegenen Parzelle errichtet werden konnte, ist diese Parzelle nun bereit, um sie im Frühjahr 2008 mit neuen Heida-Rebsetzlingen zu bepflanzen. Die unterste Reihe ist für den sogenannten Ehrenrebstock reserviert. Wer sich besondere Verdienste im Zusammenhang mit dem Wein erworben hat, dem will die Heida Zunft in Zukunft für ein Jahr den Ehrenrebstock verleihen.

 

Dieser kurze Überblick über den Werdegang der Heida Zunft soll mit einem Ietzten Weingedicht unseres Walliser Mundartdichters Hannes Taugwalder seinen Abschluss finden:

                                                      Wii triichu
                                                      ischt i Chunscht,
                                                      deich dra, 
                                                      wenn d an d Fläscha chunnschtl
                                                      Wii müess ma zelebrieru,
                                                      mit chleinu Schluckjini guschtieru.
                                                      Nu ràcht gniessu miessu.

                                                      Nid wie d Affe nu laffu.
                                                      Chascht derna nimma schaffu!
                                                      La nu uf der Zunga zerrinnu,
                                                      fer ds Bouquet
                                                      schee z gwinnu.
                                                      Und nie der Hüüfu süüfu!*

 

*(Weinsprüche und Gedichte des Walliser Mundart-Dichters Hannes Taugwalder aus: Ringel Ringel Reija mit dum Wii)

 

Möge die Heida Zunft weiterhin toll gedeihen und wachsen und auf reges Interesse bei den Zünfterinnen und Zünfter stossen

 

Visp/Visperterminen, im April 2008: Hans-Peter Kuonen, Zunftmeister

 

Neupflanzung versus Vergandung

Die Heidazunft bepflanzt die höchstgelegenen Parzellen in den Rieben

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Der Weinbau über 1000 M.ü.M. wurde in den letzten Jahren mehrheitlich vernachlässigt. Es ist ein steiler Hang mit kleinen Terrassen, in denen die Rebarbeiten ziemlich mühsam waren. Ein kostendeckender Weinbau ist hier oben nur bedingt möglich, und so liess man den grössten Teil der Terassen verganden. Der höchste Weinberg Europas war somit sehr in Frage gestellt und diese Superlative einfach so verloren gehen zu lassen, wäre sicher falsch gewesen. Der höchste Weinberg Europas gehört zum Oberwallis wie das Matterhorn. Er bürgt für ein mildes Klima was auch die Touristen sehr zu schätzen wissen. Schon vor Jahren waren Bestrebungen im Gange, diese Parzellen wieder zu bepflanzen. Das Wiedererstellen der Stützmauern war aber mit grossem Aufwand und Kosten verbunden, dies hielt die Rebbesitzer von diesem Schritt abhielt. Die Gemeinde Visperterminen ist dann an den Fonds Landschaftsschutz gelangt. Mit Hilfe des Fonds Landschaftsschutz wurden dann die natürlichen Trokenmauern wieder erstellt. Die Neuerstellung der Trockenmauern animierte die meisten Rebbesitzer zur Neupflanzung ihrer Parzellen. Noch brachliegende Parzellen, so auch die oberste Parzelle auf ca. 1160 M.ü.M. wurde von einer Gruppe gekauft. Diese Gruppe gründete dann anschliessend die Heidazunft zum höchsten Weinberg Europas. Das Ziel der Heidazunft ist die Erhaltung des höchsten Weinbergs Europas. Jedes Zunftmitglied erhält einen Rebstock zugesprochen, welcher mit dem Namen der Zünftlerin oder des Zünftlers versehen wird. Zu den Rebarbeiten wird jedes Mitglied eingeladen. So kann auch ein Weinbau-Laie die einzelnen Schritte im Weinbau miterleben und die interessante und abwechslungsreiche Rebarbeit erlernen. Auch die Geselligkeit wird in der Heidazunft sehr grossgeschrieben. Pro Jahr hat jedes Zunftmitglied Anrecht auf eine Flasche Heidawein mit persönlicher Ettikette aus dem Zunft-Rebberg.  

(Author unbekannt)